Dienstag, 18. März 2014

Serviettentechnikkleber vs. Kleister & Geschenkpapier vs. Décopatch-Papier

Serviettentechnik und Décopatch bzw. Découpage erfreuen sich aktuell einer großen Beliebtheit. Entsprechenden Spezialkleber und tolles Papier gibt es in diversen Ausführungen, den Kleber z.B. als Kerzenpotch, Art Potch Lack&Leim, Porzellan Potch...

Sowohl Kleber als auch das Papier sind häufig sehr teuer, darum habe ich nach günstigeren Alternativen gesucht. Auf saugenden Oberflächen frage ich mich doch, wo der Vorteil von Spezialklebern ggü. Kleister ist. Wenn ich mit Kleister Tapeten (die häufig nichts anderes als Papier sind...) an die Wand bringen kann, warum dann nicht auch Papier auf eine saugende Oberfläche wie zum Beispiel Bretter oder Leisten?
Darum lasse ich Serviettenkleber und Kleister in einer kleinen Challenge gegeneinander antreten und teste, ob sich nicht auch Geschenkpapier als neue Oberfläche eignet.

Dazu habe ich den Rest einer Spanplatte mit zweifarbigem Geschenkpapier beklebt. Die erste Seite in blau ist in einem Stück und genau wie die Serviettenmotive mit Kleister aufgebracht.
Die zweite Seite in grün habe ich im Deco-Patch-Stil ebenfalls mit Kleister geklebt; hier wurden die Motive mit Serviettenkleber geklebt. Mein Fazit lest Ihr unten.


Mein Ausgangsmaterial


Serviettenkleber
Spanplattenrest
zweifarbiges Papier
Tapetenkleister
Serviettenkleber
Servietten
Schwammpinsel
Tapetenroller (nur zum Glätten des farbigen Papiers)
Schere




Teil 1: der Tapetenkleister


Nachdem ich die erste Seite mit dem Papier beklebt habe, wird es für den Kleister ernst:
Das Motiv ist ausgeschnitten, ich habe die unteren Papierschichten der Serviette getrennt und verwende nur die bedruckte Schicht, wie man es in einschlägigen Anleitungen nachlesen kann.


Nun wird die gewünschte Stelle für das Bild nochmal gut eingekleister, dann das Motiv vorsichtig platziert und mit dem Schwammpinsel und weiterem Kleister sanft glatt gestrichen.

Auch das nächste Motiv bringe ich so auf.











Die Servietten sind wirklich leicht zerreißlich.
Da ich mir bei beiden Motiven nun Löcher in die
Bilder gerissen habe, werde ich beim nächsten Bild die Papierschicht unter der bedruckten Schicht zur Stabilisierung dranlassen.

Man kann versuchen so ein Loch zu flicken, in dem man sich aus der restlichen Serviette ein Stückchen herausschneidet, das farblich passt.







Wenn es mit Kleister an der entsprechenden Stelle angebracht wurde, solltet Ihr es etwas einweichen lassen und dann mit dem Finger leicht reiben. Damit egalisieren sich die Übergänge etwas.











Gesagt, getan. Das dritte Bild habe ich mit doppelter Lage aufgeklebt.Wenn Ihr die Motive miteinander vergleicht seht Ihr, das die beiden ersten mit je nur einer Schicht durchscheinender und faltiger sind. Der letzte Frosch hat viel intensivere Farben.







Wenn der Kleister schon ein bisschen angetrocknet ist, kann man ganz vorsichtig noch etwas an den
Servietten schieben, z.B. mit dem bekleisterten Finger, und die Motive leicht korrigieren und Falten
rausschieben bzw. glattstreichen.

Zum Schluss die gesamte Fläche nochmal gut einkleistern und einige Stunden -z.B. über Nacht- trocknen lassen.

Und so sieht dann das fertige Bild aus:






Teil 2: der Serviettenkleber





Laut Anleitung wird das Motiv an der gewünschten Stelle platziert und direkt mit dem Kleber überstrichen. Mir ist das Motiv dabei leider aus der Form geraten, darum habe ich es vorgezogen, den Kleber schon dünn auf die Stelle aufzutragen und dann das Motiv aufzulegen. So verrutscht es nicht mehr.










Bei der Verwendung des Serviettenklebers hatte ich ziemlich Schwierigkeiten, die Servietten nicht zu zerreißen. Darum habe ich mich bei der Maus wieder entschieden, nicht nur die oberste sondern auch wieder die Schicht darunter zu verwenden. Leider hat dies nicht den erhofften Erfolg gebracht.










Um auszuschließen, dass ich einfach eine viel dünnere Serviette als beim Kleisterversuch erwischt habe, habe ich den Marienkäfer mit Kleister aufgeklebt. Der Marienkäfer hat zwar einen Fühler eingebüßt, ließ sich aber deutlich leichter platzieren.










So, alle Motive sind aufgeklebt. Nun noch über Nacht trocknen lassen.











Am nächsten Morgen:




Leider kein Ergebnis, das mich überzeugt. Die Bilder sind alle durchsichtig. Das ist bei der Giraffe in sofern ein Vorteil, als dass ich die Zwischenräume zwischen ihren Beinchen nicht ausgeschnitten habe, dies nun aber nicht mehr sichtbar ist.





Beim Marienkäfer ist das Motiv nicht durchsichtig geworden. Dafür sieht man aber die nicht ausgeschnittene Bereiche.














Mein Fazit:
Bei sehr filigranen Motiven, die auf einen hellen Untergrund aufgebracht werden sollen, ist der Serviettenkleber von Vorteil.

Bei allen anderen Motiven oder Bilder, die auf einen sehr farbintensiven Untergrund geklebt werden, reicht der Kleister auch unter Kostengesichtspunkten absolut aus.

Da es bei beiden Varianten Sinn macht, die fertigen Collagen zu lackieren, ist der Lack im Serviettenkleber kein echter Vorteil. Je nach Größe des Werkes wäre es u.U. sehr teuer, neben den Motiven noch das ganze Kunstwerk ebenfalls mit dem Serviettenkleber zu lackieren. Ein normaler Lack aus dem Baumarkt reicht im Normalfall völlig aus. Hier kann auch je nach dem Ort, an dem es hinterher hängen/stehen soll, der entsprechende Lack gewählt werden (z.B. ein wasserfester Lack).






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